Nie wieder* Fruitpicking
Bevor die Befürchtung aufkommt, ich sei bei Wilhelm-Tell-Übungen (oder was auch immer man inmitten von tausenden Apfelbäumen so treibt) um's Leben gekommen und bevor der Elfengleiche mir wieder zuvorkommt, ein kleines Update.
(Das war der vorbereitete Text. Jetzt füge ich dem noch ein "grrrrr" hinzu: grrrrr.)
Etwa 5 Wochen lang habe ich in Cobram am Murray-River Pfirsiche und Äpfel gepflückt, letzte Woche ging diese Ära zuende.
Wie ein langjähriger Knasti stand ich auf einmal vor den Toren und wusste zunächst nicht, was ich mit der ganzen Freiheit anfangen sollte. In meiner Zelle habe ich mir nie größere Gedanken über die Zeit "danach" gemacht, denn das würde die übrigen Tage in der Inhaftierung nur umso mehr in die Länge ziehen. Ich habe nie weiter als einen Tag vorausgeschaut und einfach aus jedem Tag, für sich genommen, das Beste gemacht.
Letzten Dienstag setzte nun plötzlich der Massenexodus ein und ich stand vor der schwierigen Wahl:
- Ey, willse mit uns nach Melbourne kommen? Zug und so, hängen dort paar Tage rum und ziehen dann die Great Ocean Road rauf.
- Heading to Melbourne on Thursday, wanna join? Shared petrol and beer.
- I'm going straight to Alice. Didn't come to Australia to be freezing.
- Ich? Hab ein Busticket nach Adelaide. Ich will dann weiter nach Perth, ins Warme.
- You didn't buy any alcohol. Can we take you to hospital?
In Melbourne war ich schon, wenn auch ohne Geld. Voraussichtlich fliege ich von dort wieder ab. Die Great Ocean Road möchte ich lieber mitnehmen, wenn es warm ist. Nach Alice fahre ich später. Adelaide ist eine Idee, wir können unterwegs Schach spielen. Danke, ich kann auch ohne Alkohol keinen Spaß haben.
Donnerstag Abend bin ich nach 12-stündiger Busfahrt (nie wieder!*) in Adelaide angekommen. Da das Zielhostel überfüllt war und ich im Gegensatz zu meiner Begleitung nicht so schlau war, vorher zu buchen, musste ich mich nach einer anderen Unterkunft umsehen und habe diese schließlich privat gefunden. Ich zahle $85 pro Woche für ein 2-Mann-Ziimmer, werde bekocht, umsorgt und habe sogar ein Auto zur Verfügung, mit dem ich mich gleich voller Freude und gerade eben noch unfallfrei in den innerstädtischen Links-Verkehr "einordnen" konnte. Ich kann mir vorstellen, hier ein Weilchen zu bleiben.
Aber nochmal zurück zum Fruitpicking in Cobram.
Ich bin sehr froh, dass ich die 5 Wochen durchgezogen habe. Die harte Arbeit hat mir sehr gut getan. Ich fühle mich topfit, habe meine Arbeitsleistung kontinuierlich von Tag zu Tag gesteigert und bin jetzt imstande, wirklich gutes Geld zu verdienen. Die Leute im Camp waren schwer in Ordnung. Ich habe eine neue Vorliebe für Schach und Tischtennis entdeckt, mich im Gegensatz zu den meisten anderen nie besoffen und nur äußerst unregelmäßig bekifft.
Ein paar Eindrücke von der Arbeit


(1) Versammlung vor den Bussen gegen 7 Uhr morgens
(2) Mit dem Bus auf den Orchard.
(3) Picking auf der Leiter (hier schon im Endkampf um die letzten Äpfel)
(4) Leere Bin mit Nager zwecks Größenvergleich
(5) Volle Bin wird abtransportiert
(6) Mittagspäuschen (Rechts im Bild: Trevor, unser Ganger)
(7) Ein Traktor am Umschlagplatz vor bedrohlicher Kulisse
(8) Nach getaner Arbeit zurück zum Bus (Der LKW fährt zum Umschlagplatz, um mit Bins beladen zu werden)
... und vom Camp


(1) Hinterer Teil des Camps mit einem der Zellenblöcke.
(2) Soup is good food
(3) Futterstelle
(4) Ray, unser Camp-"Aufseher"
(5) Ein paar campende "Regulars"
(6) TV-Room mit Internet-Terminal in der Ecke
(7) Schach
(8) Pay Office
Und zum Schluss noch ein paar Bilder von allerlei Getier.


Willkommen im Blogzirkus, Maria. Irgendwann erwischt es uns alle.
*für mindestens eine Woche mit absoluter Sicherheit nicht
(Das war der vorbereitete Text. Jetzt füge ich dem noch ein "grrrrr" hinzu: grrrrr.)
Etwa 5 Wochen lang habe ich in Cobram am Murray-River Pfirsiche und Äpfel gepflückt, letzte Woche ging diese Ära zuende.
Wie ein langjähriger Knasti stand ich auf einmal vor den Toren und wusste zunächst nicht, was ich mit der ganzen Freiheit anfangen sollte. In meiner Zelle habe ich mir nie größere Gedanken über die Zeit "danach" gemacht, denn das würde die übrigen Tage in der Inhaftierung nur umso mehr in die Länge ziehen. Ich habe nie weiter als einen Tag vorausgeschaut und einfach aus jedem Tag, für sich genommen, das Beste gemacht.
Letzten Dienstag setzte nun plötzlich der Massenexodus ein und ich stand vor der schwierigen Wahl:
- Ey, willse mit uns nach Melbourne kommen? Zug und so, hängen dort paar Tage rum und ziehen dann die Great Ocean Road rauf.
- Heading to Melbourne on Thursday, wanna join? Shared petrol and beer.
- I'm going straight to Alice. Didn't come to Australia to be freezing.
- Ich? Hab ein Busticket nach Adelaide. Ich will dann weiter nach Perth, ins Warme.
- You didn't buy any alcohol. Can we take you to hospital?
In Melbourne war ich schon, wenn auch ohne Geld. Voraussichtlich fliege ich von dort wieder ab. Die Great Ocean Road möchte ich lieber mitnehmen, wenn es warm ist. Nach Alice fahre ich später. Adelaide ist eine Idee, wir können unterwegs Schach spielen. Danke, ich kann auch ohne Alkohol keinen Spaß haben.
Donnerstag Abend bin ich nach 12-stündiger Busfahrt (nie wieder!*) in Adelaide angekommen. Da das Zielhostel überfüllt war und ich im Gegensatz zu meiner Begleitung nicht so schlau war, vorher zu buchen, musste ich mich nach einer anderen Unterkunft umsehen und habe diese schließlich privat gefunden. Ich zahle $85 pro Woche für ein 2-Mann-Ziimmer, werde bekocht, umsorgt und habe sogar ein Auto zur Verfügung, mit dem ich mich gleich voller Freude und gerade eben noch unfallfrei in den innerstädtischen Links-Verkehr "einordnen" konnte. Ich kann mir vorstellen, hier ein Weilchen zu bleiben.
Aber nochmal zurück zum Fruitpicking in Cobram.
Ich bin sehr froh, dass ich die 5 Wochen durchgezogen habe. Die harte Arbeit hat mir sehr gut getan. Ich fühle mich topfit, habe meine Arbeitsleistung kontinuierlich von Tag zu Tag gesteigert und bin jetzt imstande, wirklich gutes Geld zu verdienen. Die Leute im Camp waren schwer in Ordnung. Ich habe eine neue Vorliebe für Schach und Tischtennis entdeckt, mich im Gegensatz zu den meisten anderen nie besoffen und nur äußerst unregelmäßig bekifft.
Ein paar Eindrücke von der Arbeit








(1) Versammlung vor den Bussen gegen 7 Uhr morgens
(2) Mit dem Bus auf den Orchard.
(3) Picking auf der Leiter (hier schon im Endkampf um die letzten Äpfel)
(4) Leere Bin mit Nager zwecks Größenvergleich
(5) Volle Bin wird abtransportiert
(6) Mittagspäuschen (Rechts im Bild: Trevor, unser Ganger)
(7) Ein Traktor am Umschlagplatz vor bedrohlicher Kulisse
(8) Nach getaner Arbeit zurück zum Bus (Der LKW fährt zum Umschlagplatz, um mit Bins beladen zu werden)
... und vom Camp








(1) Hinterer Teil des Camps mit einem der Zellenblöcke.
(2) Soup is good food
(3) Futterstelle
(4) Ray, unser Camp-"Aufseher"
(5) Ein paar campende "Regulars"
(6) TV-Room mit Internet-Terminal in der Ecke
(7) Schach
(8) Pay Office
Und zum Schluss noch ein paar Bilder von allerlei Getier.








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Ich habe gerade erfahren, dass ich im Nachbarhaus ans Netz kann (DSL), daher könnten in den nächsten Tagen wieder regelmäßige Updates zu befürchten sein.Willkommen im Blogzirkus, Maria. Irgendwann erwischt es uns alle.
*für mindestens eine Woche mit absoluter Sicherheit nicht
Mi, 19. Apr, 10:18 - Australien
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